Nein sagen – für den Infopreneur sehr wichtig!

Nein sagen

Sicherlich gibt es Infopreneure, die anderen gerne helfen und dabei auch ihre eigenen Interessen zurückstellen. Dennoch sollte jeder auch irgendwann an den Punkt kommen, eine Bitte in Form eines Wunsches oder einer Einladung abzulehnen. Dies ist jedoch nicht immer leicht durchzusetzen. Aus diesem Grund sagt der Infopreneur dann viel zu schnell Ja, obwohl er Nein meint.

Dieser Artikel hilft ihm dabei, das Neinsagen zu lernen. Dazu werden Überlegungen vorgestellt, die es ihm einfacher machen, Nein zu sagen. 

Warum ist das Neinsagen wichtig für den Infopreneur?

Durch das Neinsagen kann der Infopreneur verhindern, seine eigene Arbeitszeit zu verlieren. Wie extrem wichtig das für seinen Erfolg ist, konnte er bereits in dem beschriebenen Zeitmanagement feststellen. Darin wird im klar, dass er seine Zeit dazu benötigt, um seine Aufgaben erledigen zu können, und dass er diese dazu effizient einzusetzen hat. 

Um die Wichtigkeit für sich selbst klarstellen zu können, sollte der Infopreneur nachvollziehen, wie viel Zeit er tatsächlich benötigt, um Aufgaben anderer zu erledigen. Je mehr es ist, desto wichtiger wird es für ihn sein.

Eine weitere Überlegung ist, dass grundsätzlich ein erstes Angebot gegenüber einem Infopreneur auch nicht das beste sein muss. Durch das Neinsagen kann er dabei unter Umständen dafür sorgen, dass dieses mit dem Auftraggeber weiter besprochen werden kann und dadurch zu besseren Konditionen für ihn führt.

Sollte er jedoch nicht in der Lage sein, Nein sagen zu können, dann können sich ihm daraus unter anderem folgende verschiedene negative Effekte ergeben:

  • Er fühlt sich überlastet.
  • Er kann sich weniger konzentrieren und verzettelt sich dadurch.
  • Er erscheint durch sein Ja sagen als billiger Helfer.
  • Er wird geringer bewertet, denn was einfacher zu bekommen ist, hat weniger Wert.
  • Er kommt zu einer höheren Fehlerquote.

Warum sagt der Infopreneur aber nicht Nein?

Hier geht es nun darum herauszufinden, warum der Infopreneur offensichtlich nicht Nein sagen kann, sondern seine Anfragen mit Ja beantwortet. Um die Erklärung dazu herauszufinden, sollte er eine Analyse seines Verhaltens durchführen. Dazu kann er beispielsweise sich überlegen, wie er auf folgende Punkte bislang reagiert: 

  • … wenn er um etwas gebeten wird, was er eigentlich nicht möchte.
  • … wenn er eine unerwünschte Aufgabe annehmen soll.
  • … wenn er unter Druck gesetzt wird, etwas zu kaufen.
  • … wenn jemand anderes eine wichtige Entscheidung für ihn treffen will.
  • … wenn jemand, ohne es zurückzuzahlen, Geld von ihm leihen will.

All diese Punkte geben dem Infopreneur nun die Möglichkeit für sich festzustellen, ob er dazu jeweils Nein sagen kann.

Diese weiteren Überlegungen können Gründe dafür sein, warum der Infopreneur bislang noch nicht Nein sagen kann: Weil er…

  • … dem anderen gefallen möchte.
  • … positiv bewertet werden möchte.
  • … Angst hat, den anderen zu enttäuschen.
  • … dem anderen einen Gefallen tun möchte.
  • … befürchtet, ansonsten als unfähig und inkompetent betrachtet zu werden.
  • … Angst hat, von dem anderen abgelehnt zu werden.
  • … nicht als egoistisch betrachtet werden möchte.
  • … die Einschätzung, dass er durch seine eigenen Aufgaben überfordert ist, verhindern möchte.
  • … sich wertvoll, wichtig und zentral fühlen möchte.
  • … an einem Helfersyndrom leidet und deswegen stets das Gefühl bekommen möchte, gebraucht zu werden.
  • … Angst hat, etwas zu verpassen. 
  • … Angst vor der Reaktion des anderen hat.
  • … sich verantwortlich fühlt.
  • … den anderen nicht enttäuschen oder verletzen möchte.
  • … befürchtet, dass ansonsten etwas Schlimmeres passieren könnte. 
  • … Angst hat, beschimpft zu werden.
  • … so nicht erzogen wurde, und dadurch auch nicht lernte, Forderungen abzulehnen.
  • … von sich selbst erwartet, immer großzügig und hilfsbereit zu sein.
  • … unvorbereitet ist und deshalb sich von dem anderen überraschen lässt.
  • … von dem anderen unter Druck gesetzt wird: Erpressung, Schmeichelei, Schuldgefühl etc.
  • … nicht zugeben möchte, das dazu benötigte Arbeitspensum nicht zu erreichen.

All diese Punkte entwickeln beim Infopreneur die Angst Nein zu sagen.

Konsequenzen dieser Unfähigkeit, Nein zu sagen, können für den Infopreneur unter anderem sein:

  • Er wird ausgenutzt.
  • Er kann sich nicht durchsetzen.
  • Er versucht es allen recht zu machen.
  • Er wird abhängig von der Meinung der anderen.
  • Er überlastet sich.

Wie kann der Infopreneur lernen Nein zu sagen?

Auch falls es bislang von ihm noch nicht eingesetzt wurde, der Infopreneur kann dennoch davon ausgehen, dass er das Neinsagen lernen kann. Sicherlich wird das nicht leicht für ihn sein, dennoch kann er sich mit den folgenden Überlegungen und Vorschlägen immer häufiger dazu bringen, Nein zu sagen. 

  • Er sollte sich zuerst erlauben, Nein sagen zu dürfen.
  • Er sollte sein Selbstbewusstsein stärken.
    • Dadurch verbessert er seine Abwehrkraft gegenüber ungewollten Anfragen und Forderungen.
  • Er sollte sich beibringen das Neinsagen auszuhalten.
    • Er sollte sich danach wohl fühlen und kein schlechtes Gewissen bekommen.
    • Folgende Gedanken helfen ihm dazu:
      • Er ist kein schlechter Mensch, wenn er Nein sagt, denn niemand kann stets für andere bereit sein.
      • Es ist kein Egoismus für sich selbst gut zu handeln, sondern eine notwendige Selbsterhaltung.
      • Um etwas einem anderen zu geben, sollte der Infopreneur über genügend Kraft und Energie besitzen und es auch gerne tun wollen.
  • Er sollte nicht sofort auf eine Anfrage antworten.
    • Sondern sich die Zeit nehmen, darüber nachzudenken, ob er diese annehmen möchte.
    • Diese Fragen können ihm dabei helfen, um sich der Situation bewusster zu werden:
      • Was soll er tun?
      • Möchte er das tun?
      • Was leidet darunter, sollte er die Anfrage des anderen annehmen?
      • Wer bittet ihn um seine Hilfe
      • Hat er dem anderen schon öfter geholfen?
    • Es ist völlig zulässig, dass er sich etwas Zeit für seine Entscheidung nimmt.
  • Er sollte seine Motivation hinterfragen.
    • Will er den Anfragenden wirklich unterstützen, oder handelt es sich um die zuvor bereits aufgelisteten Ängste und Ursachen?
  • Er sollte seine Konsequenzen klären.
    • Fordert das längere Arbeitszeit, höheren Stress, Erschöpfung, eigene Terminabsagen,…?
    • Sollte der Aufwand zu groß sein, dann sollte der Infopreneur Nein sagen.
  • Er sollte sich keine Schuldgefühle machen.
    • Schließlich ist er in der Regel nicht verpflichtet, dem anderen sofort zu helfen.
    • Vor allem wenn der andere versucht ihm ein schlechtes Gewissen zu machen, sollte der Infopreneur Nein sagen.
  • Er sollte auf die Strategien des Anfragenden reagieren.
    • Beispiele dazu sind:
      • Er freut sich über das Lob, kann aber dennoch diese Aufgabe nicht erledigen.
      • Verständlich, dass das Neinsagen dem anderen nicht gefällt, aber trotzdem möchte er sich keine Schuldgefühle dafür geben.
      • Trotz sofort erwarteter Antwort braucht er dennoch etwas Zeit, um Bescheid geben zu können.
  • Er sollte sich klar machen, was es ihn kostet.
    • Ein fehlendes Neinsagen kann ihn Folgendes kosten:
      • Zeit
      • erhöhter Stress
      • Unzufriedenheit
      • Kraft- und Energieverlust
  • Er sollte sich fragen, wie er selbst darauf reagieren würde.
    • Wie würde der Infopreneur darauf reagieren, wenn seine eigene Anfrage von einem anderen verneint würde?
  • Er sollte stets herausfinden, warum er Ja sagt.
    • Dadurch wird ihm klar, was ihn am Neinsagen hindert, und ob und wie er dies künftig vermeiden kann.
  • Er sollte nicht Ja sagen, ohne darüber nachzudenken.
    • Denn dabei kann er herausfinden, was es ihn kosten würde, und ob er es vielleicht doch besser verneinen sollte.
  • Er sollte herausfinden, warum ihm das Neinsagen schwerfällt.
    • Die dazu helfenden Fragen sind bereits in den ersten beiden Abschnitten dieses Artikels aufgelistet.
  • Er sollte keine Angst vor den Konsequenzen des Neinsagens haben.
    • Denn die meisten befürchteten Konsequenzen eines Neinsagens erscheinen nämlich gar nicht.

Nachdem wir nun die Fragen betrachtet haben, sollte es für den Infopreneur klar sein, dass ein ökonomisches Handeln für ihn vor allem sehr wichtig sein sollte. Er sollte solange das Neinsagen üben, bis er es schnell überlegen und mit gutem Gewissen einsetzen kann. 

Wie kann der Infopreneur prüfen, ob er Nein sagen sollte?

Nachdem wir uns die generellen Punkte angeschaut haben, stellen wir jetzt die Frage, wie der Infopreneur bei einer konkreten Anfrage nun prüfen kann, ob er Nein sagen sollte. Alles in allem sollte er mit Hilfe dieser Überlegungen für sich die Erkenntnis erlangen, ob er eine bestimmte Anfrage annehmen oder ablehnen sollte, das heißt Ja oder Nein sagen.

Zu den wichtigsten Punkten gehört dazu:

  • Zur Prüfung sollte er sich die notwendige Zeit nehmen.
  • Die Frage nach dem Aufwand, die ihm das Erledigen einer Anfrage kostet.
  • Er sollte Manipulationen erkennen, denn es gibt Andere, die seine scheinbare Schwäche ausnutzen wollen.
  • Obwohl wir bislang uns auf das Neinsagen konzentriert haben, gibt es selbstverständlich genügend Gründe, die den Infopreneur dazu bringen auf eine Anfrage mit Ja zu antworten. Jedoch sollte er sich dabei überlegen, welche Vorteile er wirklich erreichen wird, wenn er Ja sagt.
    • Er kann dadurch Kundenbeziehungen aufbauen und verbessern.
    • Er kann Konflikte und schlechte Stimmungen vermeiden.
    • Er kann auf sein Entgegenkommen verweisen, um dazu Gegenleistungen zu fordern.

Wie sollte der Infopreneur das Nein einsetzen?

Nachdem der Infopreneur entschieden hat, dass er eine Anfrage ablehnen möchte, geht es nun um die Frage, wie er diese Ablehnung dem Anfragenden mitteilen sollte. Zunächst noch einmal die Empfehlung, nicht sofort abzusagen, sondern sich etwas Zeit für diese Entscheidung zu sichern.

Des Weiteren sollte er nicht das Gefühl dazu haben, sich rechtfertigen zu müssen. Er braucht dem Anderen also keine langen Erklärungen für seine Entscheidungen zu nennen. Deshalb genügt ein einfaches, freundliches Nein von seiner Seite.

Hier nun einige Punkte zur Übermittlung des Neins. Er kann …

  • … nachvollziehbar erklären, warum er gerade keine Zeit hat.
  • … dem Anderen sein Verständnis für dessen Situation zeigen.
  • … sich für das Vertrauen des Anderen bedanken. 
  • … auf Alternativen hinweisen, die nicht genau dem entsprechen, was der Andere wollte, aber dennoch ähnlich sind.
  • … ein prinzipielles Nein sagen. Da es sich dabei um ein Prinzip handelt, kann der Andere das nicht auf sich selbst beziehen.
  • … sein Mitgefühl zeigen, jedoch dabei auf seine bereits verplante Zeit hinweisen.
  • … eine bessere Idee vorschlagen: Nicht der Infopreneur, sondern jemand anders sollte sich darum kümmern.
  • … eine Zeitverzögerung vorgeben, falls er es erledigen sollte.
  • … dazu vom Anderen etwas fordern: So kann er beispielsweise auf das Entgegenkommen des Anderen hoffen, falls er seine Aufgabe übernehmen sollte.

Für den Infopreneur ist es wichtig zu wissen, dass die Art, wie er etwas sagt, einen starken Einfluss auf die Auswirkung hat. Ein von ihm eingesetzter sanfter Umgangston ist deshalb für ihn sehr wichtig. Er sollte sich dementsprechend klar, aber nicht verletzend ausdrücken. 

Die nun folgenden Begründungen können dem Infopreneur dabei helfen, sein Nein vorsichtig zu übermitteln:

  • Ansonsten jederzeit, nur nicht jetzt. Dadurch wird dem Anderen klar, dass es sich nicht gegen ihn richtet.
  • Er versteht das Problem, aber es ist ihm dennoch nicht möglich, weil…
  • Er bedauert sehr, dass der Anfragende derzeit im Stress ist, jedoch kann er derzeit nicht unterstützen, weil…
  • Auch diese Ansätze können dem Infopreneur dazu helfen:
    • „Vielen Dank für die Anfrage und das Vertrauen, aber leider passt es nicht, da der Kalender bereits total überfüllt ist.“
    • „Momentan habe ich keine Zeit dazu, aber später…“
    • „Das geht leider nicht…“
    • „Leider muss ich die Anfrage zurückweisen…“
    • „Dieses Mal sind Sie auf sich allein gestellt…“

Unter Umständen braucht der Infopreneur gar nicht komplett Nein zu sagen. Dazu kann er dem Anfragenden diese beiden Möglichkeiten anbieten: 

  • Zum einen kann ihm beispielsweise heute die Zeit dazu fehlen, morgen könnte er die Aufgabe dann aber erfüllen.
  • Zum anderen könnte er bereit sein, einen Teil der Anfrage zu erledigen.

Sollte der Infopreneur feststellen, dass der Anfragende dennoch versucht ihn umzustimmen, dann sollte er sich dadurch nicht überreden lassen und mit seiner Aussage noch deutlicher werden:

  • „Sie wollen mich offensichtlich dazu bringen. Es tut mir leid, aber ich kann leider nur nochmals wiederholen, dass es so nicht funktioniert.“

Mit den folgenden Aussagen würde der Infopreneur seine Entscheidungen entkräften und weniger überlegt wirken lassen – um dadurch nicht unklar zu werden, sollte er auf diese Art von Erklärungsanfängen verzichten:

  • „Seien Sie bitte nicht böse…“
  • „Es tut mir wirklich leid, aber…“
  • „Unter Umständen…“

Auf was der Infopreneur ebenfalls verzichten sollte, ist eine unwahre Aussage, denn sollte diese herauskommen, verliert er dadurch die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in ihn.

Fazit

Um seinen Erfolg und seine Zufriedenheit nicht in Gefahr zu bringen, sollte der Infopreneur dazu fähig sein, Nein sagen zu können. Falls dies seinen persönlichen Einstellungen zunächst noch nicht entspricht, sollte er sich darüber Gedanken machen. Hier findet er dazu die bekanntesten und wichtigsten Überlegungen.

 

 

 

 

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*