Die etwas andere Linktauschanfrage

Betreibt der Infopreneur eine eigene Website, dann sind darauf verweisende Backlinks extrem wichtig für ihn. Denn dadurch steigt in der Regel die Bewertung durch Suchmaschinen, was zur Konsequenz hat, dass mehr Besucher sein Onlineangebot nutzen und er schlußendlich damit mehr Geld verdienen kann. Um an solche Backlinks zu gelangen, hat er die Möglichkeit, Website-Betreiber direkt anzuschreiben. Leider bekommt er in der Regel aber nur sehr selten eine Antwort auf seine Anfrage, solange er sich nicht darauf konzentriert und überlegt hat, wie ein erfolgreiches Anschreiben aussehen müsste. Deshalb ist das Ziel dieses Artikels dem Infopreneur dabei zu helfen, zu lernen und zu verstehen, wie eine Anfrage an andere zu stellen ist, damit sie auch beantwortet wird und ein Linktausch stattfindet.

Betreiber von Webseiten erhalten sehr häufig Anfragen zum Austausch von Backlinks. In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch um langweilige und wenig wirksame Erkundigungen – das heißt, der Absender bekommt keine Antwort darauf. Genau das wollen wir jetzt mit diesem Artikel besser machen. Deshalb konzentrieren wir uns nun zusammen auf folgende Überlegungen, die dafür sorgen werden, dass der Empfänger dieser Anfragen darauf auch reagieren wird. Am Anfang steht dabei die Überlegung, dass es sich bei einem erfolgreichen Anschreiben um eine individuelle Ansprache handeln muss – und nicht um ein Massenanschreiben.

1. Analyse

Bevor der Infopreneur mit dem eigentlichen Anschreiben beginnen kann, sollte er zuvor folgende Punkte abhaken:

Betreiber herausfinden

Am Anfang sollte er sich zunächst einmal die passenden Linktausch-Partner aussuchen. Eine gängige Methode dafür ist das Recherchieren mit passenden Keywords in den Suchmaschinen.

Betreiber analysieren 

Nachdem er festgelegt hat, wen er fragen möchte, sollte er versuchen, durch Internetrecherche individuelle Vorzüge dieses ausgesuchten Websitebetreibers herauszufinden. Gemeint sind damit seine Hobbies, seine Leidenschaften, seine Wünsche – einfach alles, was ihm wichtig ist.

Website analysieren

Als weiteren Schritt sollte er versuchen, das Internetangebot des potentiellen Partners zu untersuchen. Dazu gehört das generelle Verstehen seiner Website sowie der darauf verwendeten Themen. Wichtig ist dabei auch den Blick auf die aktuellsten Artikel zu richten: Wie sind diese aufgebaut? Wie sieht sein Schreibstil aus? Welche Art von Artikeln zieht er vor? Gehört Humor zu seinem Schreiben?

Vergleicht der Infopreneur seine Site mit der des Linktauschpartners, sollte er versuchen alle Gemeinsamkeiten festzuhalten.

2. Interesse des Empfängers

Bevor im nächsten Schritt mit dem Anschreiben begonnen wird, sollte der Infopreneur sich nochmals die Antworten auf die Frage vor Augen führen, was den Linktauschpartner im Rahmen des Anschreibens interessiert:

  • Wer ist derjenige, der die Anfrage gesendet hat?
  • Weshalb ist er als Linktauschpartner ausgewählt worden?
  • Was hat er für den Linktausch zu tun?
  • Was erhält er für den Linktausch?

Denn wird dabei auf sein Interesse eingegangen, erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass er das Anschreiben durchliest und darauf positiv reagiert.

3. Anschreiben

Nachdem nun alle vorbereitenden Überlegungen umgesetzt wurden, kann der Infopreneur mit dem Erstellen des Anschreibens beginnen. Grundsätzlich gilt dabei, dass er sich die Mühe machen sollte, den Linktauschpartner persönlich anzuschreiben – also niemals etwas absenden, was nach automatisch erstelltem Text klingt.

Betreff

Die Betreffzeile hat einen ganz wichtigen Einfluss. Denn in den meisten Fällen ist sie verantwortlich dafür, dass eine E-Mail überhaupt aufgemacht und gelesen oder direkt gelöscht wird. Dementsprechend sollte sie persönlich und aussagekräftig sein. Allerdings sollte sie dabei nicht zu deutlich sein, denn sonst wird das Schreiben auch nicht mehr geöffnet. Mit anderen Worten, sie sollte neugierig machen und deshalb den Leser anlocken.

Beispiele: „Hallo Thomas, wie findest Du diese Idee?“ „Hey Thomas, wirklich tolle Website – aber was hälst Du davon?“

Vermieden werden sollte an dieser Stelle in jedem Fall der Einsatz von Ausdrücken wie: Kooperationsanfrage, Linktausch, Zusammenarbeit etc. Denn diese haben eher einen negative Auswirkung und vernichten dabei den Lockreiz der Betreffzeile.

Ansprache, Name

Wie der Partner namentlich angesprochen werden sollte, hängt in starkem Maße von seiner eigenen Art ab, innerhalb seiner Artikel seine Leser anzusprechen. Verwendet er dabei das „Du“, sollte er auch in der Linktauschanfrage mit seinem Vornamen angesprochen werden. Schreibt er jedoch seine Leser mit dem „Sie“ an, sollte an ihn mit seinem Nachnamen herangetreten werden.

Inhalt

Im Allgemeinen sollte der Inhalt des Anschreibens sprachlich gut und korrekt sein. Dabei ist es wichtig, dass dieser als ein auf den Linkpartner persönlich abgestimmter und zugeschnittener Text sofort erkannt werden sollte. Des weiteren sollte darin auf die Verwendung von Konjunktiven (dürfte, könnte, müsste, sollte) verzichtet werden, da dadurch das Anliegen geschwächt wird, und der Anfragende stärker als Antragsteller erscheint. Auch hier sollten eher keine Ausdrücke wie Linktausch oder Google-Ranking verwendet werden, sondern eher Beschreibungen eingesetzt werden wie: Darf ich folgende Seite vorschlagen? Kannst Du meine Seite erwähnen?

Der Einstieg in das Anschreiben sollte unter Verwendung seiner Person und seiner Website stattfinden. Aus diesem Grund ist die vorher erwähnte Analyse wichtig, denn nun kann der Infopreneur das, was er über ihn und sein Onlineangebot herausgefunden hat, in seinen Text einbauen. Handelt es sich um einen Fußball-Fan, kann er beispielsweise von einem „Tor“ oder „Elfmeterschießen“ schreiben. Was ebenfalls am Anfang dazugehören sollte, ist das Loben seines Internetangebots und das Aussprechen eines Kompliments – beispielsweise wegen seines wertvollen Informationsinhaltes, seines wunderschönen Designs oder auch wegen seines Humors. Dabei sollte sich der Infopreneur auf aktuelle Artikel stützen und dies auch überzeugend begründen können. Sollte dies jedoch nicht zum ausgewählten Websitebetreiber passen, kann er dieses Vorgehen auch in die entgegengesetzte Richtung drehen: Dann lobt er den potentielle Partner nicht, sondern weist ihn darauf hin, dass sein Angebot besser sein kann, und er ihm dabei gerne hilft, dies zu Erreichen. Ein weiterer Punkt, der Aufgrund der Analyse herausgefunden werden konnte, sind eventuelle Gemeinsamkeiten. Auch diese können im Anschreiben dazu eingesetzt werden, um eine gute Partnerschaft aufzubauen.

Persönlich sich vorzustellen ist ein weiteres Element, das in Rahmen dieses Anfrage-Systems nicht vergessen werden darf. Wie bereits oben erwähnt, ist es für den Empfänger sehr wichtig zu wissen, wer die Anfrage gesendet hat und was derjenige macht – welchen Beruf hat er, welche Seiten er betreibt etc. Dazu sollte der eigene Namen im Anschreiben eingesetzt werden. Zusätzlich gehört dazu auch eine passende persönliche E-Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer. Unterm Strich soll der Empfänger dadurch einen guten Eindruck über den Infopreneur erlangen. Dabei ist wichtig, dass keine Übertreibung der Einschätzung und Bewertung der eigenen Website erfolgt.

Die konkrete URL zu nennen, ist ein weiterer wesentlicher Punkt, der berücksichtigt werden sollte. Denn ein potentieller Partner kann unter Umständen mehrere Websites betreiben, und dabei jedoch für alle nur eine gemeinsame E-Mail-Adresse verwenden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass klar aus dem Anschreiben hervorgeht, auf welche Website sich der Infopreneur bezieht.

Die konkrete Beschreibung dessen, was er gerne möchte und was er als Gegenleistung anbietet, ist der nächste Punkt, den der Infopreneur bei der Erstellung seines Anschreibens berücksichtigen sollte. Im ersteren Fall kann es sich um einen Link aus einem Artikel oder um eine Verlinkung an anderer Stelle handeln. Im letzteren Fall kann es ebenfalls ein Link sein und vor allem auch die Erwähnung der dabei in Frage kommenden Domain.

Entscheidend ist die Darstellung einer Win-Win-Situation. Der Empfänger der Anfrage sollte deutlichst verstehen, dass er nicht nur um etwas gebeten wird, sondern im Gegenzug dafür auch selbst etwas angeboten bekommt. Und dies sollte mindestens so wertvoll sein, wie das Nachgefragte. Besser noch, wenn es einen höheren Wert hätte. So könnte der Infopreneur beispielsweise ihm nicht nur einen Backlink anbieten, sondern auch noch die Möglichkeit, einen Gastartikel zu veröffentlichen.

Ein Hinweis auf die Qualität beider Websites ist sicherlich ebenso relevant. Sowohl der anfragende Infopreneur legt einen großen Wert darauf, wie auch der angefragte Websitebetreiber auf seinen Seiten in hohem Maße dafür gesorgt hat.

Die eigene Darstellung als sein Fan ist eine weitere Idee, die dabei mithelfen kann, den Websitebetreiber davon zu überzeugen, dass er einem Linktausch zustimmt.

Freundliche Verabschiedung

Auch am Ende kann der Infopreneur dafür sorgen, dass sein Schreiben als unkonventionell und selbst bis zum letzten Schritt für den Empfänger angepasst betrachtet wird. So sollte er auch hier seiner Kreativität folgen und auf die allgemein bekannten förmlichen Versionen wie „Mit freundlichen Grüßen“ etc. verzichten. Vielmehr sollte er versuchen, etwas individuelles in seinen Abschiedsgruß einzubauen. Die anfangs erwähnte Analyse kann ihm vielleicht dabei helfen.

 

Beispiel einer Linktauschanfrage

Bild: Beispiel Linktauschanfrage

4. Nachfassen

Viele dieser Empfänger solcher Linktauschanfragen müssen mit extrem überfüllten Postfächern klar kommen, oder sie öffnen sie auch nicht regelmäßig. Sicherlich gibt es auch noch weitere Gründe, die erklären, warum die Anfrage bislang nicht beantwortet wurde. Der Infopreneur sollte deshalb nicht sofort die Hoffnung aufgeben, sondern sich merken, wann er sein Schreiben losgeschickt hatte. Nach etwa 3 Tagen wäre es dann angebracht, eine Nachfass-Mail hinterher zu schicken, in der der Websitebetreiber gefragt wird, ob die Anfrage-Mail angekommen ist und ob sie bereits gelesen wurde. Erhält der Infopreneur auch darauf keine Antwort, kann er eine Woche später einen weitere Mail zur Nachfrage versenden. Kommt dann immer noch keine Antwort an, sollte er seinen Versuch vergessen.

5. Das etwas andere

So, nun kommen wir zum etwas anderen Teil, der sich im Titel dieses Artikels findet. Bislang haben wir das zusammengefasst, was sich in den allermeisten Fällen in Artikeln zu diesem Thema im Internet liest. Dabei bleibt jedoch ein wichtiger Punkt nahezu unberücksichtigt, der für die meisten Websitebetreiber jedoch ein gewisses Risiko darstellt. Gemeint ist das rechtliche Risiko, das der Anfragende in der Regel eingeht, wenn er eine Linktauschfrage stellt.

Rechtliches Risiko

Laut Juristenaussage kann die Anfrage nach einem Linktausch per E-Mail zu einer Abmahnung führen. Eine Voraussetzung dazu ist, dass beide Seiten gewerblich handeln. Sobald irgendeine Art des Geldverdienens vom jeweiligen Internetanbieter eingesetzt wird, ist dies der Fall. Dann gelten die normalen strengen Regeln: Werbemails dürfen nur dann versendet werden, wenn der Empfänger dies zuvor ausdrücklich erlaubt hat. Eine Ausnahme wäre, wenn zuvor bereits eine Geschäftsverbindung zwischen beiden Seiten bestanden hätte. Dementsprechend lassen sich Unterlassungsansprüche per Abmahnung gegen direkte Konkurrenten sowie auch fremdartige Produkt- und Dienstleistungsanbieter durchsetzen.

Klassischer Postversand

Um diesem Risiko aus dem Weg zu gehen und gleichzeitig auch noch die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Linktauschanfrage auch wirklich gelesen wird, kommt jetzt folgender Vorschlag: Die Anfrage per klassischer Briefpost zu versenden. Alternativ kann sie auch in einem persönlichen Gespräch – nicht per Telefon – gestellt werden.

6. Fazit

Sich mit dem Thema Linktauschanfrage zu beschäftigen, kann für den Infopreneur sehr lohnenswert sein. Er sollte dabei auf seine Kreativität setzen, um eine möglichst hohe Resonanz zu erzielen. Die Qualität seiner eigenen Seite spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Anfrage sollte nicht gewöhnlich sondern vor allem individuell sein. Die dazu hier aufgeführten Elemente können auch für andere Arten von Anfragen relevant sein.

 

 

 

 

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