Geld verdienen als Online-Nachhilfelehrer

Seit längerer Zeit findet eine stark steigende Digitalisierung im Schul- und Lernbereich statt. Dem Infopreneur bieten sich dadurch gute Möglichkeiten an, als Online-Nachhilfelehrer den Schülern und Studierenden dabei zu helfen, bessere Noten zu schreiben und zu einem guten Abschluss zu kommen. Gemeint ist damit eine Unterrichtsform, die auf einer Videotelefonie basiert und dadurch keinerlei Ortsabhängigkeit voraussetzt. Diese bietet ihm die Möglichkeit an, damit auch Geld zu verdienen. Prinzipiell kann er diese Verdienstmöglichkeit sowohl haupt- als auch nebenberuflich umsetzen. Deshalb werfen wir in diesem Artikel nun unseren Blick auf diese beiden unterschiedlichen Perspektiven.

Marktsituation

Zu Beginn versuchen wir zunächst einmal dem Infopreneur einige generelle Kenntnisse zu verschaffen, die ihm dabei helfen sollen, die Marktsituation einschätzen zu können:

Marktgröße

In Deutschland gibt es im Schuljahr 2020/2021 laut vorläufiger Angaben ungefähr 10,91 Millionen Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Um sich daraus eine Idee über die Anzahl von dazugehörigen Nachhilfeschülern abzuleiten, kann beispielsweise auf eine Untersuchung von Statista zugegriffen werden.

Auch laut dem Mittelbayerischen Verlag bekamen 2018 rund 20% aller Schüler Nachhilfe.

Zwar sind diese Zahlen nicht absolut aktuell, aber sie geben dem Infopreneur dennoch die Chance, daraus eine aktuelle Anzahl abzuleiten.

Konkurrenzanalyse

Wie kann er sich über seine Konkurrenten informieren? Dazu bestehen für ihn sehr viele Möglichkeiten. Im Internet findet er beispielsweise unheimlich viele Anbieter. Ebenso gibt es auch viele Studien, die zu diesem Thema durchgeführt wurden.

Eine Liste solcher Studien findet sich beispielsweise hier. Sehr oft wird in diesem Zusammenhang dabei auf eine Studie von der Bertelsmann Stiftung verwiesen. Eine weitere Studie stammt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ebenfalls sehr informationsreich zu diesem Thema ist die Studie „Außerschulische Nachhilfe“ der Hans Böckler Stiftung.

All diese Informationsquellen erlauben dem Infopreneur, ein sehr realistisches Bild hinsichtlich der Wettbewerbssituation zu bekommen.

Themen

Welche sind die am meisten nachgefragten Themen? Diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten, da die Nachhilfe nicht nur für Schüler, sondern auch für Studenten und auch Weiterbildende angeboten werden. Aus diesem Grund hängt es in erster Linie davon ab, für wen eine Online-Nachhilfe angeboten wird.

Im Schulbereich gehören zu den am meisten nachgefragten Themen vor allem:

  • Mathematik
  • English
  • Deutsch
  • Französisch

Eher geringer sind in diesem Umfeld die Nachfragen für folgende Themen:

  • Biologie
  • Chemie
  • Physik
  • Latein

Nachfrage

Warum suchen Eltern Nachhilfe für ihre Kinder? Die Antwort auf diese Frage ist ziemlich wichtig, denn sie lässt den Infopreneur erkennen, dass die Nachfrage nach solch einer Online-Nachhilfe auch in ferner Zukunft noch sehr stark sein wird.

Der Grund dafür ist, dass die Eltern sich mit ihren Kindern gesellschaftlich unter Druck gesetzt fühlen. Denn heutzutage wird die zukünftige Lebensqualität abhängig von der jeweiligen Ausbildung und der damit verbundenen beruflichen Zukunft gesehen. Mit anderen Worten: Wer heute nichts lernt, wird morgen kein angenehmes Leben führen können.

Genau diese weitverbreitete Überzeugung der Eltern führt dazu, dass sie ihre Kinder möglichst bestens unterstützen wollen. Da aber viele dies selbst nicht machen können, weil sie zu wenig Wissen, Kompetenz sowie auch Zeit haben, beauftragen sie deshalb Nachhilfelehrer.

Dies sind nur einige Antworten auf die Frage nach der Marktsituation gewesen. Dennoch reichen diese bereits aus, um dem Infopreneur den Eindruck zu vermitteln, dass dieser Markt auch zukünftig bestehen bleiben wird.

Voraussetzungen

In diesem Bereich versuchen wir festzustellen, was der Infopreneur haben und können muss, um als Online-Nachhilfelehrer erfolgreich zu arbeiten.

Ausbildung

Grundsätzlich ist von einer bestimmten Ausbildung generell nicht auszugehen, denn um als Nachhilfelehrer zu arbeiten, gibt es dafür keine gesetzlichen Vorschriften. Trotzdem verlangen die meisten Nachhilfe-Plattformen von ihren Mitarbeitern gewisse erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen, da dies maßgeblich dabei hilft, Kunden zu generieren. Und das gibt auch den Eltern das Gefühl, dass sie für ihre Kinder den richtigen Nachhilfelehrer ausgesucht haben. Wie auch immer sollte der Infopreneur sich mit dem Fach, das er unterrichten möchte, sehr gut auskennen.

Für seine eigene Ausbildung als Nachhilfelehrer, kann der Infopreneur auch auf Online-Ausbildungen zugreifen. Im Internet werden dafür einige Fernstudien für Nachhilfelehrer angeboten.

Obwohl diese Arbeit als Online-Nachhilfelehrer sowohl mit wie auch ohne eine Ausbildung möglich ist, sollte der Infopreneur dennoch davon ausgehen, dass je besser seine Ausbildung ist, desto mehr kann er sicherlich damit verdienen. Außerdem ist er als gut ausgebildeter Nachhilfelehrer einfach auch glaubwürdiger.

Fähigkeiten

Hier werden nun grundsätzlich ganz wichtige Fähigkeiten des Online-Nachhilfelehrers beschrieben: Er muss in der Lage sein, seine Erfahrungen und sein Wissen seinen Schülern auch beibringen zu können. Das bedeutet, er muss ihnen zuhören sowie mit seiner Lernmethode sich auch an deren Charakter anpassen können.

Sicherlich ist das kein seltener Fall, dass jemand ein unheimlich starkes Wissen hat, seine soziale Intelligenz ihm jedoch nicht ausreicht, um dieses auch seinen Schülern zu vermitteln. Der Infopreneur kann sich dann als sozial intelligent betrachten, wenn er die Beziehungen zu seinen Schülern aufbauen und sich im sozialen Umfeld zurechtfinden kann. Er sollte aufgeschlossen, empathisch und emotional präsent sein.

Über folgende Punkte sollte der Infopreneur hinsichtlich seiner Fähigkeiten auch nachdenken:

  • … eine Ahnung haben, wie Schüler am besten erreicht werden.
  • … feststellen können, was die Schüler am stärksten interessiert, um dies im Unterrichtsfach einzusetzen.
  • … aufmerksam werden, wenn die Lerngeschwindigkeit nicht passt.
  • … geduldig sein, da die meisten Schüler nicht nach kurzer Lernzeit alles fehlerfrei beherrschen.
  • … flexibel sein, um auf Verwaltung, Organisation sowie auch Lernmethoden und Inhalte reagieren zu können.
  • … inspirieren und motivieren können, um seine Schüler zu mehr Energie und Motivation zu bringen.

Kenntnisse

Zusätzlich zu den entsprechenden Fachkenntnissen, abhängig von den angebotenen Lernfächern, ist es für den Infopreneur als Online-Nachhilfelehrer ebenfalls sehr wichtig, eine sehr gute Kenntnis über die Online-Verbindung mit seinen Schülern zu haben. Schließlich sollte es ihm nicht passieren, dass sein Unterricht aufgrund von digitalen Unterbrechungen oder nicht funktionierenden Geräten und Programmen beschädigt wird.

Vorgehensweise

Nachdem wir uns bereits überlegt haben, wie der Markt aussieht und welche Voraussetzungen der Infopreneur für seinen Erfolg als Online-Nachhilfelehrer benötigt, betrachten wir nun die Vorgehensweise, mit der er seine Verdienstmöglichkeit umsetzen kann.

Es gibt zwei Wege für ihn, diese Art des Geldverdienens umzusetzen: Zum einen kann er seine eigene Website einrichten und sich darauf selbst anbieten. Zum anderen gibt es für ihn die Möglichkeit, Nachhilfeplattformen zu nutzen, um sich darüber seine Schüler zu beschaffen.

Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die Möglichkeit für den Infopreneur, sich als Online-Nachhilfe-Lehrer anzubieten durch die Nutzung von dazu passenden Portalen. Gründe dafür sind:

  • Es gibt bereits so viele Plattformen, die im Internet bei einer Suche erscheinen. Mit seiner eigenen Website könnte der Infopreneur dem wohl kaum entgegenwirken.
  • Er kann sich viel Zeit und Arbeit ersparen, was er ansonsten dazu bräuchte, um seine eigene Website zu betreiben und seine Kunden selbst zu finden.

Plattformen

Wo kann sich der Infopreneur als Online-Nachhilfelehrer anmelden, um Aufträge zu erhalten? Wie bereits erwähnt, es gibt sehr viele Plattformen. Gibt er beispielsweise folgende Keywords in der Suchmaschine ein, dann findet er dafür sehr viele Angebote: „online Nachhilfe Plattform“

Zum Anmelden ist es wichtig für ihn, zuvor die Anforderungen der jeweiligen Plattform recherchiert zu haben. Unter anderem legen diese großen Wert auf:

  • Abschluss der Ausbildung
  • Berufsstand
  • Fachliche Qualifikation
  • Fachkenntnisse
  • Lernmethoden beherrschen
  • Begabung im Umgang mit Schülern
  • Erfahrungen im Bereich Nachhilfe
  • ….

Da diese Plattformen sich sowohl in ihrer Umsetzung als auch in ihrem jeweiligen Erfolg deutlich unterscheiden, kann der Infopreneur damit beginnen, sich anfangs auf unterschiedlichen Plattformen anzumelden. Im Laufe der Zeit kann er dadurch feststellen, welche ihn besser unterstützen. Von denen, die dabei nicht zutreffen, kann er sich dann ja wieder verabschieden.

Angebot

Was kann der Infopreneur als Online-Nachhilfelehrer anbieten? Das ist nicht leicht zu beschreiben. Auf der einen Seite richtet sich sehr viel Angebot lediglich an den normalen Schulfächern aus. Andererseits gibt es auch extrem viele andere Lehrfächer in Fachhochschulen, Universitäten und Weiterbildungsinstituten.

Alles in allem sollte der Infopreneur in erster Linie das anbieten, was er auch wirklich gut kennt und seinen Kursteilnehmern weiterleiten kann.

Gruppengröße

Wie viel Schülern sollte gleichzeitig nachgeholfen werden? Am effektivsten ist die Nachhilfe dann, wenn der Infopreneur dazu einen Einzelunterricht durchführt. Dennoch kann er auch mehrere Schüler gleichzeitig unterrichten. Dies bringt ihm den Vorteil, dass diese sich die Kosten für den Nachhilfekurs teilen können. Dadurch kann es für die Schüler attraktiver sein, was unter Umständen dazu führen kann, dass diese die Nachhilfe stärker anderen potentiellen Schülern empfehlen werden.

Durchführung

Wie lässt sich die Online-Nachhilfe durchführen? Online-Nachhilfen werden beispielsweise mit folgenden Voraussetzungen sowohl beim Lehrer wie auch beim Schüler durchgeführt:

  • PC oder Laptop und/oder Grafik-Tablet
  • Internet DSL-Anschluss: Dieser sollte relativ schnell sein!
  • Mikrofon oder Headset
  • Software: Skype, Zoom, MS Teams, ….
  • Webcam

Je besser und schneller die Geräte, die Software und die Verbindungen sind, desto einfacher kann eine solche Online-Nachhilfe durchgeführt werden.

Marketing

Wie kann der Infopreneur selbst Kunden akquirieren ? Wie bereits erwähnt, in diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Nutzung von Online-Nachhilfeportalen. Meldet sich ein Infopreneur dort an, kann er davon ausgehen, dass er im Rahmen dieses Portals auf seine Schüler stößt. Dennoch kann er auch zusätzlich noch eigene Werbemaßnahmen für seine Nachhilfe durchführen. So kann er beispielsweise:

  • Anzeigen im Internet schalten (Bspw. bei eBay-Kleinanzeigen, Quoka, etc.)
  • In Schulen, Supermärkten sein Angebot aushängen.
  • Visitenkarten, Flyer und Broschüren verteilen.
  • Dazu passenden Gruppen in den sozialen Medien beitreten.
  • Potentielle Schüler direkt ansprechen.
  • Google My Business-Konto erstellen, um neue Kunden anzusprechen.

Geld

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit der Frage nach dem Geld verdienen.

Wie viel lässt sich damit verdienen?

Zuerst schauen wir einmal darauf, wie viel Geld die Eltern für die Nachhilfe ihrer Kinder bezahlen. Es gibt dazu verschiedene Möglichkeiten dies herauszufinden. Laut dem Mittelbayerischer Verlag geben die Eltern jedes Jahr insgesamt mehr als eine Milliarde Euro aus. 

Der eigentliche Verdienst für den Infoprenuer hängt unter anderem davon ab:

  • angebotenes Fach
  • Ausbildungsabschluss
  • Berufserfahrung

Auch wenn es konkret nicht klar beschrieben werden kann, ist dennoch davon auszugehen, dass der Stundenlohn für den Online-Nachhilfelehrer meistens zwischen 10 und 45€ liegt. Diese Zahlen hängen stark von der jeweiligen Plattform ab.

Sollte es sich um eine besonders starke Nachfrage handeln, oder sollte der Infopreneur über eine extrem gute Berufserfahrung verfügen, dann könnte der Stundensatz sicherlich auch noch höher liegen.

Welche Kosten stehen dahinter?

Sollte der Infopreneur eine Plattform zur Vermittlung von Schülern benutzen, dann hat er dieser Vermittlungsgebühren oder monatliche Kosten zu bezahlen. Das bedeutet ein Teil seines Lohns muss er dieser Plattform abgeben.

Gesetz

Die relevanten gesetzlichen Regelungen werden nun noch zum Abschluß des Artikels betrachtet: Welche gesetzlichen Voraussetzungen muss der Infopreneur erfüllen?

Einkommensteuer
Hier hängt es davon ab, wie viel Geld der Infopreneur damit verdient. Seit dem Jahr 2021 ist der Grundfreibetrag auf 9.744€ gestiegen. Das bedeutet, er könnte monatlich bis zu 812€ steuerfrei erhalten. Erst wenn er mehr Einnahmen erhält, muss er Steuern dafür bezahlen.

In jedem Fall ist es empfehlenswert für den Infopreneur sich vor Beginn seiner Arbeit bei professionellen Anbietern wie Steuerberatern oder Lohnsteuerhilfevereinen darüber zu erkundigen.

Gewerbeschein
Falls der Infopreneur sich als Online-Nachhilfelehrer selbständig machen möchte, hat er sich dazu bei seinem Finanzamt anzumelden. Obwohl diese Art des Unterrichts grundsätzlich einer freiberuflichen Tätigkeit entspricht, kann es aus unterschiedlichen Gründen auch dazu kommen, dass dies als solches vom örtlich zuständigen Gewerbeamt nicht akzeptiert wird. In solch einem Fall hat er dann auch noch sein Gewerbe anzumelden. Am besten sollte sich der Infopreneur zuvor bei seinem Finanzamt darüber erkundigen, welcher konkrete Fall für ihn zutrifft.

Nebenerwerb
Sollte sich der Infopreneur dafür entscheiden, nebenberuflich selbständig zu sein, kann er die Kleinunternehmerregelung nutzen. Solange er nicht mehr als 22.000€ im Jahr verdient, wird er dadurch von einer Umsatzsteuerpflicht befreit. Des weiteren erhält er dadurch folgende…

…Vorteile:

  • Die Voranmeldung zur Umsatzsteuer wird nicht verlangt.
  • Aufgrund fehlender Umsatzsteuer werden seine Preise für Privatkunden günstiger.
  • Die Buchhaltung ist einfacher.

…Nachteile:

  • Der dazu nötige Rechnungshinweis führt zu einem negativen Erscheinen bei potentiellen Kunden.
  • Für Ausgaben können keine Vorsteuern berechnet werden.
  • Die Umsatzhöhe ist beschränkt.

Fazit

Möchte der Infopreneur ein Online-Nachhilfelehrer werden, braucht er dazu kein abgeschlossenes Lehramtsstudium. Viel wichtiger dafür sind seine Expertenkenntnisse sowie seine Fähigkeit, seine Schüler zu motivieren und ihnen dabei etwas beizubringen. Der Trend für die Nachhilfe ist nach wie vor am Steigen und bietet ihm dabei eine attraktive Einnahmequelle.

 

 

 

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